„Zapf Projekte“ hat Prestigeobjekt gekauft – Jetzt wird renoviert –
Noch im Sommer sollen erste Geschäfte und Einrichtungen öffnen

Bammental. Das ging schnell: Im Dezember fand im zum Eschelbronner Unternehmen Möbel-Streib gehörenden Bammentaler Möbelparadies der große Räumungsverkauf statt. Im Januar noch wurden Reststücke abgewickelt und letzte Möbel ausgeliefert – nun ist die Immobilie bereits in neuen Händen. Die Zapf-Gruppe hat das direkt an der Bundesstraße B 37 gelegene, langgestreckte Gebäude erworben. Aktuell wird dort fleißig renoviert und Verhandlungen mit möglichen Mietern laufen bereits. Noch im Sommer sollen die ersten neuen Geschäfte und Einrichtungen eröffnen.

„Östlich von Heidelberg gibt es kaum ein Objekt in einer exponierteren Lage“, sagt Hans-Jürgen Zapf, Gründer von „Zapf Projekte“.

„Die besonders hohe Visibilität des Gebäudes“ war dementsprechend der Hauptgrund, warum das Unternehmen mit Sitz in Reichartshausen bei Sinsheim das ehemalige Möbelparadies gekauft hat und nun vermarktet. Potenziellen Mietern verspricht man „zeitgemäße und attraktive Mietflächen mit einer hohen Werbewirksamkeit“. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die aktuell laufenden und bis Ende Mai großteils abgeschlossenen „umfassenden Renovierungs- und Anpassungsarbeiten“ könnten sich laut Zapf-Gruppe auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Worauf darf man sich auf dem Areal am Bammentaler Ortsrand künftig freuen? Wie „Zapf Projekte“ mitteilt, werde nach Abstimmung mit der Gemeinde und Bürgermeister Holger Karl nun ein Konzept ausgearbeitet, das die lokale Einkaufssituation verbessern soll. Ein Drogeriemarkt, eine Postverteilstation, ein Fitnessstudio, ein Existenzgründerzentrum, Produktionsbetriebe oder Schulungs- und Ausbildungsstätten – das sind beispielhaft neue Nutzungsmöglichkeiten. „Wir sind derzeit bereits im Gespräch mit mehreren Interessenten“, erklärt Hans-Jürgen Zapf. Möglich wäre ein Erstbezug bereits in vier Wochen. „Wir rechnen mit dem Einzug der ersten Firmen im Sommer oder Herbst“, so Zapf.

Das Prestigeobjekt in der Bahnhofstraße bietet auf zwei Etagen Verkaufsflächen von insgesamt 8300 Quadratmetern und im Keller 2000 Quadratmeter für Archiv- und Lagerräume im Untergeschoss. Das gesamte Grundstück umfasst etwa 17.300 Quadratmeter, auf der Freifläche im Süden „könnten ein Neubau oder weitere Parkplätze entstehen“, so der Vermarkter. Aktuell gibt es rund 100 Parkplätze für Autos und teils auch für Lkw.

Im Rathaus betrachtet man die Entwicklungen mit Wohlwollen. „Wir bewerten es sehr positiv, dass sich so schnell ein Investor gefunden hat, der das Gelände mit Leben füllen möchte“, sagt Holger Karl. Der Bürgermeister freut sich auf ein „spannendes Konzept, das die Attraktivität unserer Gemeinde weiterentwickelt.“ Die Verwaltung wolle dazu beitragen und den Rahmen entsprechend gestalten. Sprich: mit dem Gemeinderat – falls nötig – den Bebauungs- und Flächennutzungsplan so anpassen, dass allen Interessen gedient ist.

Was die möglichen Geschäfte undEinrichtungen betrifft, so decken sich die Vorstellungen von Gemeinde und Investor weitestgehend. „Wenn wir uns etwas wünschen dürfen, dann wäre es ein Drogeriemarkt“, sagt Karl. Einen solchen gebe es schon über Jahre im Ort nicht mehr und die Bammentaler melden immer wieder entsprechenden Bedarf an. Auch ein Supermarkt ist im Gespräch.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 07.04.2020, Artikel von Benjamin Miltner