Zwar handelte es sich auf diesem Bild nicht um ein Auto aus dem Ländle, dennoch war die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut eine aufmerksame und beeindruckte Zuhörerin bei ihrem Besuch von weltweit agierenden Firmen auf dem Zapf-Gelände in Helmstadt-Bargen. (Fotos: Berthold Jürriens)
Das obligatorische Gruppenbild zum Abschluss des Besuchs der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (vorne) durfte nicht fehlen.

Wirtschaftsministerin Nicole Haftmeister-Kraut besuchte das „Zapf-Gelände“ – „Lokale Wurzeln und globale Aktivität“

Heimstadt-Bargen (von Berthold Jürriens). „Ich bin beeindruckt.“ Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte diesen Satz am Ende ihres Rundgangs über das Gelände der Zapf Projektentwicklungs-GmbH, das 15 Unternehmen und 320 Arbeitnehmern ein Zuhause bietet. Und dieser Satz bezog sich nicht nur auf die 40.000 Quadratmeter große Fläche, die Hans-Jürgen Zapf und sein Sohn, Geschäftsführer Moritz Zapf, nach der Insolvenz der „MWH Metallwerke Helmstadt“ gekauft und anschließend nach und nach Unternehmen an den Standort geholt hatten. Auch die drei besichtigten Firmen, die diesen „strategischen Standort mit regionaler Verwurzelung, aber globaler Aktivität“ ausgewählt hätten, wie es Hoffmeister-Kraut formulierte, seien ein lobenswertes Beispiel für Innovation und Förderung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum. Das Motto „Im Kraichgau ist die Welt zu Hause“ bewahrheitete sich einmal mehr.

„Hier werden Sie tolle und weltweit agierende Firmen vorfinden, von denen Sie ohne Ihr Kommen nie etwas gehört hätten“, kündigte der Landtagsabgeordnete Albrecht Schütte (CDU) vorher an, auf dessen Initiative der Besuch zustande kam. Bürgermeister Wolfgang Jürriens, Hauptamtsleiter Joachim Weschbach und zahlreiche Gemeinderäte hatten die Ministerin begrüßt und über die gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und örtlichen Unternehmen berichtet. Der „Zapf-Campus“ sei beispielhaft für erfolgreiche, zukunftsorientierte Revitalisierungsmaßnahmen an Bestandsobjekten, freute sich Jürriens, der ebenfalls die Ansiedelung von Firmen auf dem Gelände lobte.

Eine von diesen ist „Dekoback“, „die mit 600 Quadratmetern Fläche gestartet ist und nun bald auf 12 000 Quadratmetern agieren wird“, informierte Moritz Zapf. Kuchen- und Tortendekorationen, Backzutaten und -zubehör sowie weitere, eigene entwickelte Back-Trendartikel des Unternehmens sind an über 30.000 Verkaufsstellen erhältlich. Dr. Lydia Hilberer, Leitung der Kommunikation von „Dekoback“, berichtete über die Einführung des Markennamens „Decocino“ für die Backdekor-Produkte und überreichte der dreifachen Mutter Hoffmeister-Kraut „Backpakete“ zum Ausprobieren.

Dass im kleinen Helmstadt-Bargen die Trikotsätze für die Stars der Bundesliga und der Champions-League veredelt werden, das sorgte auch bei einigen Teilnehmern für Erstaunen, die den einstigen Familienbetrieb von Dalibor Rajakov besuchten. Dieser gehöre seit 2016 zur „11teamsports Gruppe“, dem größten Online-Shop für Fußball und Teamsport im deutschsprachigen Raum. „Wir arbeiten dabei mit weltweit führenden Sportartikel-Herstellern zusammen“, sagte der Geschäftsführer. Das Team in Helmstadt-Bargen kümmere sich um jeden Schritt – von der ersten Idee bis zur Produktion. „20 Profivereine, unter anderem RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, und zahlreiche weitere Amateurvereine werden von der ,11teamsports Print GmbH‘ mit der Veredelung von Fußballoutfits betreut“, informierte Rajakov, der die „richtige Maschine und eine Expertin des Siebdrucks“ als Geheimnis des einzigartigen Drucks verriet. Interessiert zeigte sich Hoffmeister-Kraut bei den Erläuterungen der Arbeitsschritte.

Einen Umzug mit weiterhin laufendem Betrieb absolviert aktuell „Valmet Automotive“ von Bad Friedrichshall nach Helmstadt-Bargen. Einer der weltweit größten Fahrzeug-Auftragsfertiger und „Engineering-Dienstleister“ mit Schwerpunkt Elektromobilität werde seinen Standort hier ausbauen, um die ,,Fertigung von elektronisch angetriebenen Kleinserienfahrzeugen für die urbane Mobilität“ zu ermöglichen, erläuterte Geschäftsführer Dr. Robert Hentschel. Bereits 2021 soll die Produktion eines rein elektrischen Mobils anlaufen, für das „Valmet Automotive“ auch Entwicklungsdienstleistungen erbringt. Mit einer Produktionsfläche von 8.500 Quadratmetern stehen dem Betrieb in der Fertigung in den Bereichen Karosseriebau, Mechanik und Modell 62 Mitarbeiter zur Verfügung.

„Man braucht Menschen, die einfach anfangen, neue Konzepte entwickeln und im gesättigten Markt auch mal neue Wege gehen“, fasste Hoffmeister-Kraut ihren Besuch zusammen – und durfte sich gleich über eine Einladung zum nächsten Sauerkrautmarkt freuen, der im kommenden Jahr – wenn Corona es will-dann hoffentlich wieder stattfinden wird.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 24.08.2020